Wir über uns

steinert® - 90 Jahre Drechslerhandwerk

Im August 2020 feierten wir 30-jähriges Bestehen DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert®.
Aber die Familie Steinert blickt bereits auf 90 Jahre Geschichte im Drechslerhandwerk zurück.

Ein kurzer Abriss unserer Geschichte:

  • 1932 Hellmut Steinert gründet eine kleine Drechslerei in Olbernhau/Kleinneuschönberg
  • 1936 erwirbt er ein Grundstück im Olbernhau/Niederneuschönberg, Heuweg 3, und baut dort eine Drechslerei mit bald 10 Mitarbeitern auf
  • 1990 Sohn Rolf Steinert und seine Ehefrau Christiane gründen im selben Grundstück DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert®, damals noch als „Drechselzentrum Erzgebirge - Haus Steinert“
  • 2008 Enkelsohn Roland Steinert übernimmt das DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® und stellt erste Nicht-Familienmitglieder ein.
  • 2012 Umzug des DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® in ein neues Firmengebäude im Heuweg 4
  • 2018 Bau eines eigenen Maschinenbaus im Heuweg 7 und Übernahme der Produktion des insolventen Maschinenbaus WEMA GmbH

 

Unsere Geschichte im Detail:

Als Rolf und Christiane Steinert 1990 das DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® gründeten, standen hinter dem Namen "Steinert" schon fast 60 Jahre Erfahrung im Drechslerhandwerk. Bereits 1932 gründete der Vater Hellmut Steinert (gest. 1992) in Olbernhau in der Scheune seiner Eltern eine kleine Drechslerei. Er stellte damals Gebrauchsgegenstände wie Schalen, Salzstreuer, Eierbecher und Spielzeug her. Trotz extrem schwieriger Bedingungen - Deutschland steckte mitten in einer Wirtschaftskrise - entwickelte sich die kleine Drechslerei kontinuierlich.

Hellmut Steinert kaufte 1936 das Grundstück, auf dem heute das DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® steht, und stellte bald die ersten Mitarbeiter ein. Selbst in den Jahren des 2. Weltkrieges konnte das kleine Unternehmen weiter bestehen.
Nach Kriegsende ging es zunächst weiter bergauf. Dringend benötigt wurden Spinnräder, Schüsseln und alle möglichen Gebrauchsgegenstände, um das Leben wieder in Gang zu bringen.

Bald hatte die Drechslerei 10 Angestellte und wurde dadurch Mitte der 50er Jahre ein Dorn im Auge übereifriger Parteifunktionäre im Ort. Repressionen und politisch motivierte Steuerprüfungen hatten zur Folge, dass Hellmut Steinert seine Selbständigkeit aufgeben und der Gründung einer Produktionsgenossenschaft des Handwerkes (PGH) zustimmen musste. Aufgrund seiner Erfahrungen konnte er aber weiterhin als Meister im Betrieb auf seinem eigenen Grundstück arbeiten und bildete noch über 30 Lehrlinge aus.

Inmitten von Holzstapeln und Drechselspänen wuchs hier Rolf Steinert auf. Er erlernte zunächst den Beruf des Tischlers und absolvierte danach eine Drechslerlehre im elterlichen Betrieb. Anfang der 60er Jahre absolvierte er ein Fernstudium zum Ingenieur für Holztechnik, und legte 1969 die Meisterprüfung als Drechsler ab. In dieser Zeit erarbeitete er auch neue Richtlinien und Lehrpläne für die Berufsausbildung  der Drechsler in der DDR. Zusammen mit dem Berufsschullehrer Herbert Hegewald schrieb er das Buch DER DRECHSLER, welches in 7 Auflagen erschien und bis in die 90er Jahre als Lehrbuch bei der Ausbildung zum Drechsler diente.

In den 80er Jahren begann Rolf Steinert aufgrund der großen Nachfrage nach dem Lehrbuch „Der Drechsler“ ein zweites, weit umfangreicheres Buch zu schreiben. Mit Hilfe seines Verlages nahm er, teilweise unter abenteuerlich-sozialistischen Bedingungen, Kontakt zu Drechslern, Maschinenherstellern und Museen in aller Welt auf, um einen möglichst umfassenden Überblick über den Stand des Drechslerhandwerkes zu bekommen. In diesem Zusammenhang kam es 1989 zum Besuch eines Drechsel-Symposiums bei der englischen Firma Craft Supplies Ltd. Die Eindrücke von dieser Veranstaltung und das Zusammentreffen mit den großen internationalen Meistern des Handwerks wie Richard Raffan, Stewart King und Kurt Johannson sollten ausschlaggebend sein für die Gründung der ersten Fachhandelseinrichtung für Drechslereibedarf im Osten Deutschlands, direkt nach dem Fall der Mauer. Das Buch „Drechseln in Holz“ erschien kurz darauf und gilt bis heute als eine der umfangreichsten Veröffentlichungen zum Thema Drechseln.

Anfänglich handelte das DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® mit Drechselzubehör und Maschinen verschiedener Hersteller. Schnell wurde aber klar, dass das noch nicht alles sein kann. Rolf Steinert setzte sich mit Werkzeugmachern und Maschinenbauern der Region an einen Tisch und man fing an Zubehörteile, Vorrichtungen und ganze Maschinen zu entwickeln. Aus gutem Grund werden diese neuen Produkte von den Maschinenbauern in der Umgebung hergestellt, da diese durch den ständigen Austausch mit den vielen Holzbetrieben im Erzgebirge schon über Generationen hinweg Erfahrungen mit der Holzbearbeitung gesammelt haben und genau wissen, worauf es den Drechslern ankommt. Auch die Drechselwerkzeuge werden von einem erfahrenen örtlichen Schmied in der 2. Generation angefertigt. Die „Gläser“- Werkzeuge werden seit Jahrzehnten von den unzähligen Drechslereien genutzt und sind für ihre hohe Schneidenstandzeit und ausgezeichnete Schnittqualität bekannt. (Anmerkung: Aus Altersgründen hat der Schmied Herbert Gläser seinen Schmiedehammer inzwischen aus der Hand gelegt und Schmiedemeister Albrecht Morgenstern führt die Tradition unter dem Name „Schmiede Neuhammer“ für uns fort.)

Zum 10-jährigen Bestehen des DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert®  fand im Jahr 2000 in Olbernhau ein internationales Drechslersymposium statt (das erste seiner Art in Deutschland), bei dem sich Drechsler aus der ganzen Welt im Erzgebirge zusammenfanden, ihr Können vorführten und Erfahrungen austauschten.

2008 übernahm Roland Steinert als 3. Generation die Nachfolge des Unternehmens. Zusammen mit seinem Bruder Martin Steinert wurden seit dem vor allem die Erweiterung der Aktivitäten auf dem internationalen Markt vorangetrieben. Im Jahr 2012 wurde ein imposantes neues Firmengebäude errichtet, um den ständig wachsenden logistischen Aufgaben gerecht zu werden und der inzwischen gewachsene Belegschaft ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Weiterhin setzt das Unternehmen auf das hohe technische Niveau der metallverarbeitenden Betriebe in der Umgebung. Vor allem mit der Olbernhauer WEMA Werkzeug- und Maschinenbau GmbH wird in enger Partnerschaft gearbeitet. 2017 gerät WEMA GmbH jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und muss Insolvenz anmelden. Kurzerhand entscheiden sich Roland und Martin Steinert die Produktion und einen Teil der erfahrenen Belegschaft zu übernehmen und errichten gegenüber des Handelsgeschäfts einen Neubau für die Produktion von Drechselbänken und Holzdrehautomaten unter dem Namen steinert® Maschinenbau.

DRECHSELZENTRUM ERZGEBIRGE - steinert® und steinert® Maschinenbau sind zu einem zuverlässigen Ansprechpartner für Drechsler, Holzspielzeugmacher, Instrumentenbauer, Bildhauer und angrenzende Gewerke geworden und bieten vielseitige Lösungen für diese Berufsgruppen an. Das Programm reicht von Drechselbänken und Drehautomaten in allen Dimensionen, über Spanntechnik, Drechselwerkzeug, Schärftechnik, Standardmaschinen zur Massivholzbearbeitung, Maschinen und Materialien zur Oberflächenbehandlung bis hin zu Halbzeugen und vielem mehr. Durch den eigenen Maschinenbau sind Sonderlösungen möglich und Weiterentwicklung Made in Germany gewährleistet.

Die Maxime unseres Handelns und Umgang mit unseren Kunden und Geschäftspartnern:

  • Leidenschaft, Ehrlichkeit, Fleiß, Geduld, Vertrauen sind große Worte, aber wir versuchen Tag für Tag diese als Maxime unseres Tuns hochzuhalten.
  • Tiefes Verständnis für die Technik und Historie des Drechslerhandwerks und der Holzbearbeitung im Allgemeinen sind unser Grundanspruch in der täglichen Arbeit. Auch allen unseren Mitarbeitern ist der praktische Umgang mit Holz nicht fremd. Jeder unserer Kollegen hat zumindest einen Grundkurs im Drechseln absolviert.
  • Vor allem bei unseren eigenen Produkten, aber auch bei Handelsware, haben wir den Ehrgeiz bessere Produkte und Dienstleistungen zu liefern als „die anderen“.
  • Kunden sollen bei uns die beste und ehrlichste Beratung bekommen. Gute Beratung ist oft auf den ersten Blick nicht umsatzförderlich. Auf lange Sicht führt es aber zu zufriedenen und treuen Kunden.
  • Auch wenn es im Alltag nicht immer realistisch ist, versuchen wir uns und unseren Mitarbeitern ein Umfeld zu schaffen, in welchen die Freude an dem was wir tun erhalten bleibt. Wir kommen alle (fast) immer gern auf Arbeit.
  • Den überwiegenden Teil des verdienten Geldes re-investieren wir in unsere Unternehmung und entwickeln uns damit stets weiter.
  • Regelmäßig überprüfen und überdenken wir unser Prozesse und Tätigkeiten, um sicher zu stellen, dass jeder seinen rechten Platz im Unternehmen hat.
  • Last but not least sind wir unserer Herkunft und Tradition verbunden. Das Erzgebirge mit seiner Jahrhunderte langen Tradition in Bergbau, Holzbearbeitung sowie Werkzeug- und Maschinenbau ist der richtige Ort und Rahmen für unsere Unternehmungen.

 

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